Tagung

Am 5. und 6. März 2026 hat an der Humboldt Universität zu Berlin die internationale Re:Law Tagung stattgefunden. Es war die erste Tagung im deutschsprachigen Raum, die sich mit der weltweiten Bewegung der Feminist Judgments und anderer Critical Judgments befasst hat. Die Tagung hat Erfahrungen und Perspektiven aus der ganzen Welt nach Berlin gebracht: Rosemary Hunter (English Feminist Judgments Project) und Jennifer Koshan aus Kanada (Women’s Court of Canada), Aparna Chandra (Indian Feminist Judgments Project), Maria Moscati (Queer Judgments Project) und Nani Jansen Reventlow (Intersectional Rewrites). Dazu kamen interdisziplinäre Betrachtungen, Erfahrungen aus der Lehre mit Re:Law und Eindrücke aus der Praxis und der Rechtstheorie.

Die Re:Law Tagung hat zugleich den Abschluss des Projektes Re:Law/lehre dargestellt. Es war uns eine Freude, unsere Erfahrungen zu teilen und Ideen für die Zukunft von Re:Law im deutschsprachigen Raum auszutauschen.

Symposium

The Re:Law Symposium took place on March 5th and 6th, 2026, at Humboldt-University of Berlin. It was the first symposium on Feminist and Critical Judgments in German-speaking academia. With this symposium we joined the international movement of positive critical jurisprudence, revolving around the ReWriting of judgments and statutes.

We had key players of the movement from all around the globe with us, including Rosemary Hunter (English Feminist Judgments Project), Jennifer Koshan (founding member of the Women’s Court of Canada), Aparna Chandra (Indian Feminist Judgments Project), Maria Moscati (Queer Judgments Project), and Nani Jansen Reventlow (Intersectional Judgments Project).

In addition, students, scholars, lawyers and judges from Germany shared their insights and experiences with Re:Law. We reflected on Re:Law in teaching and shared interdisciplinary perspectives. Furthermore, we discussed the use of Re:Law in legal and academic practice and reflected on theoretical implications of Re:Law. On top of that we were delighted by a lecture performance and thoughts on Re:Law in theatre and art.

With the symposium the Re:Law/lehre Project has come to an end. We are grateful to have had the opportunity to share what we have learned and to discuss the future of Re:Law in Germany and beyond.

Programm

Das Re:Law Symposium bot an zwei Tagen ein vielfältiges und inspirierendes Programm, das die unterschiedlichen Facetten feministischer, queerer und kritischer ReWriting Projekte beleuchtete – von Theorie über Praxis bis hin zu Performance.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Chris Ambrosi (Re:Law Berlin) führten Susanne Baer (HU Berlin) und Halyna Tsytskun (HU Berlin) in das Re:Law Projekt und seine Hintergründe ein. Im Anschluss diskutierten Vertreter:innen internationaler Judgments Projekte – darunter Aparna Chandra (Indian Feminist Judgments), Rosemary Hunter (English Feminist Judgments), Jennifer Koshan (Women’s Court of Canada) und Maria Moscati (Queer Judgments) – gemeinsam mit Ellen Masur (Uni Bremen) und Ali Mehrens (HU Berlin) die Entwicklungen ihre Projekte in dieser Bewegung. Sie eröffneten feministische und queere Ansätze und teilten ihre persönlichen Erfahrungen im Umschreiben von juristischen Entscheidungen.

Am Nachmittag stand die Lehre im Mittelpunkt: Rosemary Hunter (English Feminist Judgments), Jennifer Koshan (Women’s Court of Canada), Chris Ambrosi (Re:Law Berlin) und Benedict Fuchs (HU Berlin) berichteten, wie sie in Seminaren, Workshops und weiteren Lehrformaten Denkräume für Studierende, Praktiker:innen und Interessierte gestalten. Danach näherten sich Aparna Chandra (Indian Feminist Judgments), Nick Markwald (Uni Flensburg), Friederike Gehrke (MPI Halle) und Larissa Vetters (MPI Halle) interdisziplinären Fragen rund um Re:Law – mit spannenden Einblicken aus Rechtswissenschaft, Gender Studies, Anthropologie und Kulturwissenschaft. Der Abend klang mit „Re:Law goes Theater and Performance“ aus: Miriam Coretta Schulte (Lecture Performance Re:Law), Margarita Tsomou (HAU) und Anna Kellermann (Goethe Universität Frankfurt) schlugen kreative Brücken zwischen Recht und Bühne.

Der zweite Tag begann praxisorientiert: Nani Jansen Reventlow (Intersectional Rewrites), Maria Moscati (Queer Judgments) und Johanna Schlingmann (HU Berlin) zeigten, wie sich Re:Law-Ansätze auch im juristischen Alltag fruchtbar machen lassen. Danach wurde es grundsätzlich: Maja Blome (HU Berlin), Gwinyai Machona (HU Berlin), Anna Katharina Mangold (Uni Flensburg), Armaghan Naghipour (Uni Kassel) und Hilal Alwan (HU Berlin) diskutierten die großen Fragen von Objektivität, Neutralität und Positionalität in der juristischen Entscheidungspraxis und darüber hinaus.
Im Panel „Mit Re:Law durchs Recht“ stellten Lucy Chebout (Richterin des VerfGH Berlin), Lisa Hahn (Uni Hildesheim), Inga Schuchmann (HU Berlin) und Berit Völzmann (HU Berlin) schließlich konkreten ReWritings von juristischen Entscheidungen und Normen vor und gaben damit einen Eindruck, welches Potential ReWriting in der deutschen Rechtwissenschaft noch weiterhin entfalten kann. Den Abschluss bildete eine lebendige Diskussion zur Zukunft des Projekts Re:Law – in Deutschland und darüber hinaus.

Internationale Gäste

Aparna Chandra

Aparna Chandra ist Professorin für Rechtswissenschaften an University Bangalore in Indien und Co-Vorsitzende des Indian Feminist Judgments Projects.

Genauere Einblicke ins Projekt findet ihr auf der Projekteseite.

Weitere Informationen zu Aparna Chandra

Jennifer Koshan

Jennifer Koshan ist Professorin an der juristischen Fakultät der University of Calgary in Kanada. Sie ist eine der Gründerinnen des Women‘s Court of Canada.

Genauere Einblicke ins Projekt findet ihr auf der Projekteseite.

Weitere Informationen zu Jennifer Koshan.

Nani Jansen Reventlow

Nani Jansen Reventlow ist Menschenrechtsanwältin und Autorin in den Niederlanden. Sie ist Co-Herausgeberin des Intersectional Judgments Projects.

Genauere Einblicke ins Projekt findet ihr auf der Projekteseite.

Weitere Informationen zu Nani Jansen Reventlow.

Rosemary Hunter

Rosemary Hunter ist Professorin für Socio-Legal Studies an der Loughborough University in England. Sie ist Co-Herausgeberin des englischen, australischen und neuseeländischen Feminist Judgments Projects.

Genauer Einblicke ins Projekt findet ihr auf der Projekteseite.

Weitere Informationen zu Rosemary Hunter.

Maria Moscati

Maria Moscati ist Dozentin für Recht und Gesellschaft an der University of Sussex in England und Co-Herausgeberin des Queer Judgment Projects.

Genauere Einblicke ins Projekt findet ihr auf der Projekteseite.

Weitere Informationen zu Maria Moscati.

Anmeldung

Wir danken für Dein Interesse an der Re:Law Tagung. Die Tagung fand bereits am 5. und 6. März 2026 statt. Eine Anmeldung ist daher nicht mehr möglich. Fotos und weitere Informationen zur Tagung werden in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.

Registration

Thank you for your interest in the Re:Law conference. The conference already took place on March 5th and 6th, 2026. Registration is therefore no longer possible. Photos and further information about the conference will be published on this page shortly.